Die kurze Antwort lautet: Nein – aber meistens doch.
Ich habe mir diese Frage schon oft selber gestellt: Bin ich eigentlich ein Ordnungscoach?
Oder anders gefragt: Was unterscheidet mich von einem klassischen Ordnungscoach?
Um es gleich vorwegzunehmen: Ich nenne mich nicht “Ordnungscoach”, da ich darin keine Ausbildung habe. Mein Hintergrund hat aber schon ein bisschen damit zu tun.
Aufs Ausmisten und Reduzieren kam ich durch die “Zero Waste”-Bewegung, welche Abfall reduzieren mit Minimalismus verknüpft. Ausmisten ist da eigentlich das Herzstück. Es geht darum herauszufinden, was man wirklich will und braucht, und den Rest wegzulassen. Diesen Gedanken – oder dieses Mindset – nehme ich immer in meine Arbeit mit, da es unglaublich hilft, den Alltag zu vereinfachen und Überlastung zu reduzieren.
So gesehen bin ich ein Ordnungscoach – häufig auf Gegenstände bezogen, aber auch erweitert auf den ganzen Alltag und was sich da drin alles tummelt, gewollt oder ungewollt.
Mein zweiter Hintergrund ist die psychische Gesundheit. Überlastungssituationen im Alltag, psychische Erkrankungen, Erschöpfung – meine Erfahrung (sowohl persönlich als auch im Kontakt mit meinen Kunden) ist, dass all das einen riesigen Einfluss hat auf den Alltag und den Zustand vom Zuhause. Beides beeinflusst sich gegenseitig. Eine belastete Psyche begünstigt Überforderung mit den täglichen Aufgaben wie Ordnung halten und Putzen – und ein überfülltes, unordentliches Zuhause belastet die Psyche zusätzlich.
Das Einbeziehen der psychischen Gesundheit und der starke Fokus meiner Arbeit auf Unterstützung gehen über die Aufgabe eines Ordnungscoachs hinaus. Nicht umsonst lautet mein Slogan immer wieder: “Du bist nicht allein!” Neben der praktischen Hilfe ist meine wichtigste Aufgabe, da zu sein. Menschen nicht allein zu lassen. Dabei zu sein. Halt zu geben.
Ich sehe meine Arbeit als Schnittstelle zwischen Ordnungscoach und psychiatrischer Spitex. Der Hauptfokus der psychiatrischen Spitex liegt auf der Begleitung und Unterstützung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Wie ich gehen auch sie zu den Menschen nach Hause und helfen da, wo es nötig ist. Oft heisst das auch, praktisch mitanzupacken. Aber es ist nicht der Hauptfokus, und für längere Projekte wie das Ausmisten einer ganzen Wohnung ist keine Zeit. Da komme ich ins Spiel! Denn ich kann mir genau dafür Zeit nehmen, auch über mehrere Monate hinweg.
Warum habe ich aber am Anfang geschrieben: “Nein, aber meistens doch”?
Ein klassischer Ordnungscoach bin ich nicht. Und neben dem Ausmisten und Ordnung Halten biete ich auch andere Unterstützung an: Putzen, Kochen, Budget machen und viele weitere kleinere Dinge, die im Alltag aufkommen. Auch das unterscheidet mich von einem Ordnungscoach. Es hat sich aber herausgestellt, dass es in 90% der Fälle eben doch genau darum geht: ums Ausmisten und Ordnung Schaffen. Das scheint einfach ein riesiges Bedürfnis zu sein. Und vielleicht ist es auch einfach so, dass Chaos und ein überfülltes Zuhause einerseits durch psychische Belastungen entstehen und andererseits wiederum die psychische Gesundheit verschlechtern. Und da ich Ausmisten liebe, mache ich das gerne immer und immer wieder!
Eins aber möchte ich doch noch sagen: Habt keine Hemmungen, mich auch für meine anderen Angebote zu buchen!
Meldet euch ungeniert, wenn ihr Hilfe beim Putzen braucht, gerade mit kleinen Kindern (auch sporadisch, um wieder mal “durchzupfaden”)!
Bucht mich, um euch gemeinsam mit mir daran zu wagen, wieder mal etwas Gesundes und Leckeres zu kochen (oder auch einfach, wenn ihr die Motivation nicht aufbringt, für euch alleine zu kochen)!
Nehmt meine Unterstützung in Anspruch, wenn ihr den finanziellen Überblick verloren habt und ihr am liebsten die Augen davor verschliessen würdet, was da zum Vorschein kommen könnte!
Vergiss nicht: Du bist nicht allein!